English / deutsch
About
Tina Hage is an artist and curator born in Port-au-Prince, Haiti, to German-Lebanese parents. She is based in Munich. She studied at the Academy of Media Arts Cologne and at Goldsmiths College London, where she completed her Master of Fine Arts.
Her conceptually oriented practice moves at the intersection of photography, installation, and socio-political themes, drawing its research from the visual cultures of mass media — understanding art fundamentally as an act of communication. As part of her body of work she has also realised large-scale billboard installations in public space, consistently seeking dialogue with the viewer.
Central to her practice is reenactment as a way of understanding what shapes our world — conditions that often only become comprehensible when you step into the viewpoint of another. Hage restages figures, gestures, architectural forms, and sculptural bodies, often drawn from press and media imagery — inhabiting their logic, their weight, their internal necessity — in order to reach what cannot be accessed from the outside. The reenacted photograph or installation is never illustration; it is the result of getting inside a situation, a gesture, a structure, until something about its condition becomes traceable. Often a single image serves as a starting point — a specific entry into a subject that Hage then opens outward, following its different aspects, layers, and contradictions further.
The co-founding of The Modern Language Experiment (2007) represents a logical extension of this position — the collective as a means of bringing art into public discourse. Hage has exhibited internationally, including at Fotomuseum Winterthur, Foto Colectania Barcelona, Benaki Museum Athens, and in group and solo exhibitions across the UK, Brazil, China, Taiwan, and the US. She is represented by Thomas Rehbein Galerie, Cologne. Her works are held in the collections of Kunsthalle Göppingen, Fotomuseum Winterthur, Nottingham Castle Museum & Art Gallery, and Goldsmiths University of London.
Über Tina Hage
Tina Hage ist eine Künstlerin und Kuratorin, geboren in Port-au-Prince, Haiti, als Tochter deutsch-libanesischer Eltern. Sie lebt und arbeitet in München. Sie studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln sowie am Goldsmiths College London, wo sie ihren Master of Fine Arts abschloss. Ihre konzeptuell ausgerichtete Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Fotografie, Installation und gesellschaftspolitischen Themen und schöpft ihre Recherche aus den Bildwelten der Massenmedien — in dem Verständnis, dass Kunst grundlegend ein Akt der Kommunikation ist. Als Teil ihres Werks hat sie auch großformatige Plakatinstallationen im öffentlichen Raum realisiert und sucht dabei konsequent den Dialog mit dem Betrachter.
Zentral für ihre Praxis ist das Reenactment (Nachstellung) als Weg, zu verstehen, was unsere Welt formt — Zustände, die oft erst dann begreifbar werden, wenn man den Standpunkt eines anderen einnimmt. Hage stellt Figuren, Gesten, architektonische Formen und skulpturale Körper nach, häufig auch aus Presse- und Medienbildern entnommen — sie experimentiert mit ihrer Logik, ihr Gewicht, ihrer Bedeutung —, um das zu erreichen, was von außen nicht zugänglich ist. Das nachgestellte Foto, Installation oder Skulpturist nie Illustration; sie ist das Ergebnis des Eintauchens in eine Situation, eine Geste, eine Struktur, bis etwas über ihren Zustand nachvollziehbar wird. Oft dient ein einzelnes Bild als Ausgangspunkt — ein spezifischer Einstieg in ein Thema, das Hage dann nach außen öffnet und dessen verschiedene Aspekte, Schichten und Widersprüche sie weiterverfolgt.
Die Mitgründung von dem Künstlerkollektiv The Modern Language Experiment (2007/ London) stellt eine logische Erweiterung dieser Position dar — das Kollektiv als Mittel, Kunst in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Hage hat international ausgestellt, u.a. im Fotomuseum Winterthur, bei Foto Colectania Barcelona, im Benaki Museum Athen sowie in Gruppen- und Einzelausstellungen in Großbritannien, Brasilien, China, Taiwan und den USA. Sie wird von der Thomas Rehbein Galerie, Köln, vertreten.
Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen der Kunsthalle Göppingen, des Fotomuseum Winterthur, des Nottingham Castle Museum & Art Gallery sowie der Goldsmiths University of London.
Text von Tanja Pol (deutsch)
Tina Hage arbeitet vor allem im Medium Fotografie; des Weiteren umfasst ihre Praxis Video und Installation. In ihren Werken inszeniert sie Bilder, die sich mit gesellschaftlich politischen Fragestellungen auseinandersetzen.
Ihrer Arbeit dienen allgemein verfügbare Bilder aus den Medien (Presse) als Ausgangspunkt und Inspiration. Hage reinszeniert gefundenes Bildmaterial und destilliert aus diesem neue, eigene Motive, indem sie selbst jede im Bild dargestellte Persona in fotografischen Selbstporträts in ihrem Studio darstellt, und diese dann digital zum eigentlichen Kunstwerk zusammenfügt.
Tina Hage nimmt zunächst die Rolle einer Beobachterin ein. In ihrer künstlerischen Praxis recherchiert sie oft journalistisches Bildmaterial, in welchen Muster und Gesten ihr Interesse wecken können. Indem sie virulente Themen, die die Medien zu einem bestimmten Zeitpunkt dominieren auswählt und diese in ihren Arbeiten selbst verkörpert, bringt sie eine Kanalisierung des Geschehens in Gang, an dem auch die Betrachter teilnehmen können. Die Einverleibung des Gesehenen durch die Künstlerin ist Teil des Verständnisprozesses einer „Realität“, die vor allem aus Bildern, Nachrichten und Framings besteht und somit für sehr viele Menschen nur mittelbar zu erfahren ist. Für die Rezipienten der Werke werden ikonische Momente der Geschichte erfahrbar, die möglicherweise bisher nur als mediales Grundrauschen im Bewusstsein waren.
Tina Hages verdichtete Gesten verlängern Momente und setzen die Endlosschleifen der sich wiederholenden Geschichte prototypisch ins Bild. In ihren Reenactments dekonstruiert sie (offizielle) Narrative und Deutungsrahmen, macht Subtexte lesbar und bietet mitunter neue Lesarten an, ohne zu belehren. Hage schafft auf diese Weise zeitgemäße Allegorien komplexer Themen wie Migration, Kapitalismus, Körperpolitik, Riots und Proteste, und berührt gleichzeitig sehr subtil auch kunst- und medientheoretische Fragen.
Tina Hage lebt und arbeitet in München. Sie studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln sowie am Goldsmith College (MFA 2009), London, wo sie 13 Jahre lebte und arbeitete. Ihre Werke sind in folgenden öffentlichen Sammlungen: Kunsthalle Göppingen, Fotomuseum Winterthur, Nottingham Castle Museum, Goldsmith University of London Collection. Ihre Arbeiten werden von der Galerie Thomas Rehbein in Köln repräsentiert.
(Text von Tanja Pol)
About
Tina Hage is an artist and curator born in Port-au-Prince, Haiti, to German-Lebanese parents. She is based in Munich. She studied at the Academy of Media Arts Cologne and at Goldsmiths College London, where she completed her Master of Fine Arts.
Her conceptually oriented practice moves at the intersection of photography, installation, and socio-political themes, drawing its research from the visual cultures of mass media — understanding art fundamentally as an act of communication. As part of her body of work she has also realised large-scale billboard installations in public space, consistently seeking dialogue with the viewer.
Central to her practice is reenactment as a way of understanding what shapes our world — conditions that often only become comprehensible when you step into the viewpoint of another. Hage restages figures, gestures, architectural forms, and sculptural bodies, often drawn from press and media imagery — inhabiting their logic, their weight, their internal necessity — in order to reach what cannot be accessed from the outside. The reenacted photograph or installation is never illustration; it is the result of getting inside a situation, a gesture, a structure, until something about its condition becomes traceable. Often a single image serves as a starting point — a specific entry into a subject that Hage then opens outward, following its different aspects, layers, and contradictions further.
The co-founding of The Modern Language Experiment (2007) represents a logical extension of this position — the collective as a means of bringing art into public discourse. Hage has exhibited internationally, including at Fotomuseum Winterthur, Foto Colectania Barcelona, Benaki Museum Athens, and in group and solo exhibitions across the UK, Brazil, China, Taiwan, and the US. She is represented by Thomas Rehbein Galerie, Cologne. Her works are held in the collections of Kunsthalle Göppingen, Fotomuseum Winterthur, Nottingham Castle Museum & Art Gallery, and Goldsmiths University of London.
Über Tina Hage
Tina Hage ist eine Künstlerin und Kuratorin, geboren in Port-au-Prince, Haiti, als Tochter deutsch-libanesischer Eltern. Sie lebt und arbeitet in München. Sie studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln sowie am Goldsmiths College London, wo sie ihren Master of Fine Arts abschloss. Ihre konzeptuell ausgerichtete Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Fotografie, Installation und gesellschaftspolitischen Themen und schöpft ihre Recherche aus den Bildwelten der Massenmedien — in dem Verständnis, dass Kunst grundlegend ein Akt der Kommunikation ist. Als Teil ihres Werks hat sie auch großformatige Plakatinstallationen im öffentlichen Raum realisiert und sucht dabei konsequent den Dialog mit dem Betrachter.
Zentral für ihre Praxis ist das Reenactment (Nachstellung) als Weg, zu verstehen, was unsere Welt formt — Zustände, die oft erst dann begreifbar werden, wenn man den Standpunkt eines anderen einnimmt. Hage stellt Figuren, Gesten, architektonische Formen und skulpturale Körper nach, häufig auch aus Presse- und Medienbildern entnommen — sie experimentiert mit ihrer Logik, ihr Gewicht, ihrer Bedeutung —, um das zu erreichen, was von außen nicht zugänglich ist. Das nachgestellte Foto, Installation oder Skulpturist nie Illustration; sie ist das Ergebnis des Eintauchens in eine Situation, eine Geste, eine Struktur, bis etwas über ihren Zustand nachvollziehbar wird. Oft dient ein einzelnes Bild als Ausgangspunkt — ein spezifischer Einstieg in ein Thema, das Hage dann nach außen öffnet und dessen verschiedene Aspekte, Schichten und Widersprüche sie weiterverfolgt.
Die Mitgründung von dem Künstlerkollektiv The Modern Language Experiment (2007/ London) stellt eine logische Erweiterung dieser Position dar — das Kollektiv als Mittel, Kunst in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Hage hat international ausgestellt, u.a. im Fotomuseum Winterthur, bei Foto Colectania Barcelona, im Benaki Museum Athen sowie in Gruppen- und Einzelausstellungen in Großbritannien, Brasilien, China, Taiwan und den USA. Sie wird von der Thomas Rehbein Galerie, Köln, vertreten.
Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen der Kunsthalle Göppingen, des Fotomuseum Winterthur, des Nottingham Castle Museum & Art Gallery sowie der Goldsmiths University of London.
Text von Tanja Pol (deutsch)
Tina Hage arbeitet vor allem im Medium Fotografie; des Weiteren umfasst ihre Praxis Video und Installation. In ihren Werken inszeniert sie Bilder, die sich mit gesellschaftlich politischen Fragestellungen auseinandersetzen.
Ihrer Arbeit dienen allgemein verfügbare Bilder aus den Medien (Presse) als Ausgangspunkt und Inspiration. Hage reinszeniert gefundenes Bildmaterial und destilliert aus diesem neue, eigene Motive, indem sie selbst jede im Bild dargestellte Persona in fotografischen Selbstporträts in ihrem Studio darstellt, und diese dann digital zum eigentlichen Kunstwerk zusammenfügt.
Tina Hage nimmt zunächst die Rolle einer Beobachterin ein. In ihrer künstlerischen Praxis recherchiert sie oft journalistisches Bildmaterial, in welchen Muster und Gesten ihr Interesse wecken können. Indem sie virulente Themen, die die Medien zu einem bestimmten Zeitpunkt dominieren auswählt und diese in ihren Arbeiten selbst verkörpert, bringt sie eine Kanalisierung des Geschehens in Gang, an dem auch die Betrachter teilnehmen können. Die Einverleibung des Gesehenen durch die Künstlerin ist Teil des Verständnisprozesses einer „Realität“, die vor allem aus Bildern, Nachrichten und Framings besteht und somit für sehr viele Menschen nur mittelbar zu erfahren ist. Für die Rezipienten der Werke werden ikonische Momente der Geschichte erfahrbar, die möglicherweise bisher nur als mediales Grundrauschen im Bewusstsein waren.
Tina Hages verdichtete Gesten verlängern Momente und setzen die Endlosschleifen der sich wiederholenden Geschichte prototypisch ins Bild. In ihren Reenactments dekonstruiert sie (offizielle) Narrative und Deutungsrahmen, macht Subtexte lesbar und bietet mitunter neue Lesarten an, ohne zu belehren. Hage schafft auf diese Weise zeitgemäße Allegorien komplexer Themen wie Migration, Kapitalismus, Körperpolitik, Riots und Proteste, und berührt gleichzeitig sehr subtil auch kunst- und medientheoretische Fragen.
Tina Hage lebt und arbeitet in München. Sie studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln sowie am Goldsmith College (MFA 2009), London, wo sie 13 Jahre lebte und arbeitete. Ihre Werke sind in folgenden öffentlichen Sammlungen: Kunsthalle Göppingen, Fotomuseum Winterthur, Nottingham Castle Museum, Goldsmith University of London Collection. Ihre Arbeiten werden von der Galerie Thomas Rehbein in Köln repräsentiert.
(Text von Tanja Pol)